SM-factory
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Es hat ein wenig gedauert, aber es hat sich gelohnt ! Es gibt einen wirklich fähigen Nachfolger für SM-factory. Ich kenne ihn schon viele Jahre und auch sein Engagement und die Qualität seiner Arbeit. Bleibt mir nur, mich für die vielen Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit bei all meinen Kunden zu bedanken und Adieu zu sagen. Ich bin dann mal weg, genieße endlich den Ruhestand und überlass meinem Nachfolger die Arbeit ;-)     Hans-F. Weiß     17.01.2019

Die Entstehung eines Armreifens, ...

Gern würden wir für jeden Kunden die Entstehung der Schmuckstücke dokumentieren, doch wäre der Zeitaufwand dafür so groß, das wir mit der Herstellung neuer Stücke nicht mehr nachkommen würden.
Wer aber sehen möchte, wie sein Hals- oder Armreif, ein Käfig oder Andreaskreuz, die neue Peitsche oder der nächste Lieblingsknebel produziert wird, kann gerne bei uns vorbei schauen.
Etwas Zeit sollte man aber mitbringen, die Herstellung eines massiven Halsreifs nimmt schon etliche Stunden in Anspruch (da Jade selbst recht abgelegen im Noden Deutschlands liegt, dürfte auch die Anreise ein nicht unerheblicher Zeitfaktor sein) ...
Für all diejenigen, die nicht vorbeikommen können, hier die kurze Beschreibung der Entstehung eines Armreifes, dokumentiert und photogrphiert von zwei unserer Kunden.




Urlaub bei SM-factory

Im Spätsommer 2003 besuchten wir die SM-factory und verlebten ein paar wundervolle Tage. In dieser Zeit wurden wir von Ela unglaublich lieb umsorgt, und von Hans in mühevoller Kleinarbeit mit einzigartigem Schmuck ausgestattet.

Das Haus, welches im Laufe der letzten 2 Jahre restauriert, renoviert und ausgebaut wurde, steht inmitten herrlich abgeschiedener Landschaft. In diesen beiden Garagen - dort stehen die etwas größeren Maschinen - und dem angrenzenden kleinen Werkstattraum  entsteht der Schmuck. Und es erinnert an den jahrmillionen dauernden Prozess in dem aus Kohle Diamant wird, wenn Hans aus dem ?Lager" staubige Edelstahlbänder hervorzieht um daraus Hals- und Armreifen zu zaubern.

Für all die Kunden, die bisher nicht die Zeit gefunden haben nach Jade zu kommen, möchten wir die Entstehung eines unserer wunderbaren Armreifen dokumentieren.

11 Uhr - Maß nehmen, ...

Eine der herausragenden Eigenschaften des SM-factory-Schmuckes ist es, maßgeschneidert und perfekt auf den Körper des zukünftigen Trägers oder der zukünftigen Trägerin zugeschnitten zu sein.

Etwas Mathematik und aus den gemessen Werten - für Umfang, Duchmesser Vorn-Hinten und Durchmesser Rechts-Links - plus einige Zentimeter Materialverlusst durch Schneiden, Fräsen, Biegen - schätzt Hans die Länge des Rohlings.

An dieser Stelle sei erstmalig auf das Fingerspitzengefühl von Hans hingewiesen, was nicht zuletzt auf das Weglassen von Arbeitshandschuhen begründet ist ;-)

allererstes Finish

Noch sieht das Material ziemlich gräulich, stumpf und verkratzt aus.  Also nicht gerade das, was man sich als schönen Schmuck vorstellt.
Aber nachdem die Seite, die später die Innenseite des Reifes wird, schon mal auf der großen Bandschleifmaschine bearbeitet wurde, sieht die Sache doch schon ganz anders aus.

Das Schliffbild ist zwar noch relativ grob, aber die typische Farbe des Edelstahles ist schon gut zu erkennen.




Auf Biegen und Brechen

Für die richtigen Rundungen sorgt eine selbstgebaute Konstruktion .

Mit ca. 5 Tonnen Druck presst der Hydraulikstempel das Metallband in die Vorrichtung und immer wieder schiebt Hans das Material hin und her, überprüft die Biegung und die daraus resultierenden Innendurchmesser.

Hier wird gerade ein Armreif gebogen.
Er wird aber nicht zu einem ganzen Kreis gebogen, sondern aus zwei Hälften zusammengesetzt.

Die beiden U-förmigen Teile werden später noch genau aufeinander abgestimmt, aber zunächst müssen sie ihre grundlegende Form bekommen. Also hier noch ein bißchen nachbiegen - und dort auch noch. Das allein dauert schon ziemlich lange ...


2 halbe Armreifen, aber noch nicht Halbzeit

Damit der Halsreif - oder in diesem Fall der Armreif - später auch perfekt schließt, müssen beide Bögen absolut perfekt ausgerichtet sein.

Dazu werden die beiden Teile immer wieder in den Schraubstock eingespannt und millimeterweise "nachgerichtet"  und danach auf der  Richtplatte überprüft,

Erst wenn beide Teile eine identische Form haben und eben auf der Platte aufliegen ist dieser Arbeitsschritt abgeschlossen.



Millimeterarbeit, ...

Jetzt ist Präzision angesagt, damit das Scharnier hinterher nicht nur gut aussieht, sondern auch möglichst spielfrei funktioniert.

Vor und zurück, Millimeter um Millimeter frißt sich die Fräsmaschine durch den Edelstahl.
Und da Hans nun mal einen Faible für fast schon antike Maschinen hat, ist CNC-Steuerung hier Fehlanzeige.
Also wieder Handarbeit.

"O-Ton Hans  -  die laufen schon seit -zig Jahren problemlos und das werden sie auch noch die nächsten Jahre tun. Und wenn ich die ganze Werkstatt mit neuen Maschinen ausstatten würde, könntest Du Katrins Armreif eh nicht mehr bezahlen."


Alles oder nichts, ...

Auch wenn die Hauptteile des Armreifs nun fast fertig sind, kommt jetzt der kniffligste Moment. Das Scharnierloch wird gebohrt. Wenn jetzt etwas schief geht - und das kann hier am ehesten passieren - ist der Reif schrottreif und gehört in die Altmetalltonne.

Der Armreif wird in der endgültigen Form zusammengesteckt und auf dem Bohrständer aufgespannt. Auch wenn meine erste Vermutung, das ?S" markiere das Schloss, mit dem Hinweis ?Scharnier fängt auch mit S an."  berichtigt wurde.

Der lange Bohrer frisst sich langsam Milimeter um Millimenter durch die ineinadergesteckten Reifenteile - schon die kleinste Abweichung  und der Bohrer läuft zur Seite aus dem Reif.

Danach wird dann auch gleich noch das Loch für den Paßstift gebohrt und der Scharnierstift mit einem Schweißpunkt gesichert.

Der erste Schliff, ...

Nachdem das Scharnier sitzt und ordnungsgemäß arbeitet, wird der Armreif das erste Mal ?sauber" gemacht.
Als erstes gilt es, den Schweißpunkt vom Scharnierstift wegzuschleifen.
Danach werden dann die Außenseite und die Kanten plan geschliffen.
Nachdem alle Kanten angefast wurden, wird der Reif nun zum ersten Mal von Außen und Innen poliert.

Jetzt hat der Reif es fast geschafft, nur noch das Schloss, den Ringadapter  und abschließend polieren und - aber noch ist es nicht soweit ...

Reif für das Schloss, ...

Noch einmal muß der fast fertige Reif unter die Fräse, denn das wichtigste Teil fehlt ja noch.
Wieder wird Millimeter um Millimeter aus dem Reif gefräst.

Das integrierte Schloss - markantes und nützliches Markenzeichen der SM-factory Arm-, Fuß- und Halsreifen wird zwar nicht von der SM-factory selber hergestellt, aber für den patentrechtlich geschützten Verschluß kommen nur Markenschlösser der Fa. ABUS zum Einsatz.

Dabei kommt ein besonderer Service der SM-factory zum Tragen - wer ein Set bestellt bekommt auf Wunsch auch gleichschließende Schlösser eingebaut.

Der Ring am Ring ...

Auch wenn der Halsreif genauso wie der Armreif und der Fußreif sowohl mit, als auch ohne den Ringadapter bestellt werden können, sind  seine Aussage und vor allem seine Nützlichkeit nicht zu unterschätzen.

Durch das funktionelle Design dieser Reifen und des Adapters kann man den "Reif mit Ring" auch ohne denselben tragen.
Dann geht er glatt als zwar extravagantes aber durchaus  unauffälliges Schmuckstück durch.

Auf meine Frage, warum er denn dann überhaupt Reifen ohne Ring anbiete, bekam ich von Hans folgende Antwort:

"Wer den Ringadapter denn gar nicht braucht, kann mir einige Arbeit und sich einige Euro ersparen - und der Spalt zwischen Schloß und Reif kann dann auf ein Minimum reduziert werden"

Sowohl der kleine Adapter, als auch der Ring selbst, werden von Hans gebogen und verschweißt. Mit der Flex - es ist erstaunlich wie vielseitig dieses Werkzeug ist - und wie viele Flexen schon ihr Leben in dieser Werkstatt ließen - wird der Adapter in Form gebracht.


18 Uhr - Der letzte Schliff, ...

Nach dem Frühstück gingen wir in die Werkstatt und nun, etliche Stunden später ist er fertig - der erste von 2 Armreifen. Hinter uns liegen faszinierende Momente und noch sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen.

Nachdem der Reif schon  vorgeschliffen wurde, wird er jetzt noch poliert bzw. satiniert. Verschiedene Politurschritte verleihen dem Material von Mal zu Mal mehr Glanz und schließlich erstrahlt der Reif in seiner ganzen Pracht.




Aber wo zum Teufel ist der Schlüssel ??? :-((